
Frederik Paulsen, 1909 in Dagebüll geboren, hatte bereits seit frühester Kindheit eine enge Beziehung zur Insel Föhr. Zum einen stammten seine Eltern von dort, zum anderen herrschte im Postgebäude in Dagebüll, in dem sein Vater tätig war, stets reger Durchreiseverkehr von Föhrerinnen und Föhrern. Nirgendwo hörte er so viel Fering – das Friesische der Insel Föhr – wie dort.
Um den Kindern eine akademische Ausbildung zu ermöglichen, zog die Familie 1917 nach Kiel. Dort besuchte Frederik Paulsen das Gymnasium. Er war schon damals ein sehr interessierter Schüler und wurde eigentlich immer mit einem Buch angetroffen. Bereits während der Weimarer Republik gehörte er linksgerichteten Studentengruppen an. Auf Anraten seines Vaters, der aufgrund seiner politischen Einstellung schon Probleme für ihn voraussah, begann er 1928 ein Medizinstudium – obwohl seine eigentlichen Interessen in Philosophie, Geschichte und Literatur lagen.
Seine Gegnerschaft zum Nationalsozialismus blieb jedoch nicht verborgen. Die Übersetzung eines Zeitungsartikels und dessen Verbreitung im Rahmen einer Flugblattaktion führten zu seiner Festnahme und einer achtzehnmonatigen Haftstrafe.
Während seiner Gefängniszeit entwickelte er eine enge Beziehung zu einem Landsmann von der Insel Amrum. Die beiden unterhielten sich auf Friesisch, sodass man sie nicht verstehen konnte. Die mögliche Funktion des Friesischen als eine Art „Geheimsprache“ war für Frederik Paulsen eine wichtige Erfahrung.
Nach seiner Haftentlassung konnte er mit Hilfe seiner Familie in die Schweiz emigrieren. Dort beendete er 1935 sein Medizinstudium und promovierte. Aufgrund der sich in Deutschland politisch zuspitzenden Situation und aus Angst, erneut verhaftet zu werden, entschloss sich Frederik Paulsen zur Auswanderung nach Schweden. Dort gründete er eine Familie und rief 1950 in Malmö sein eigenes pharmazeutisches Unternehmen ins Leben. Vier Jahre später gab er der Firma den Namen „Ferring“. Zum einen aus kommerziellen Gründen: Der Name sollte in vielen Sprachen problemlos gelesen werden können und sich gut einprägen. Zum anderen sollte er die enge Verbindung zu seiner Heimat bekunden. Die Ferring AG entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer international bekannten und operierenden Firma.
Im Alter von 60 Jahren übergab Frederik Paulsen die Firmenleitung an seinen jüngsten Sohn und zog sich mit seiner zweiten Frau Eva in das bereits früher erworbene Haus seiner Mutter in Alkersum zurück, um seinen Lebensabend auf der Insel Föhr zu verbringen. Er engagierte sich stark in der friesischen Bewegung und wurde zunehmend zu einem Sprecher der Nordfriesen sowie zu einem internationalen Vermittler in Minderheitenfragen. Eine wichtige Basis für die nordfriesische Kulturarbeit wurde 1948 mit der Gründung des Nordfriisk Instituuts (Nordfriesisches Institut) geschaffen, zu dessen Initiatoren auch Frederik Paulsen zählte.

Mit der Gründung der Ferring Stiftung 1988 in Alkersum schuf er für die Insel Föhr und alle Nordfriesinnen und Nordfriesen eine Institution, die auf einem gesicherten Fundament hilft, die eigene Sprache und Kultur zu bewahren.
Frederik Paulsen starb am 03. Juni 1997 in seinem Haus in Alkersum im Alter von 88 Jahren. Nach seinem Tod führte Eva Paulsen die Ferring Stiftung bis 2004 weiter.
Die friesische Kultur und Sprache sind auch seinem Sohn, Frederik Paulsen jun. (*1950 in Stockholm), ein wichtiges Anliegen. Er engagiert sich bereits seit vielen Jahren für die Insel Föhr und führt das Vermächtnis seines Vaters weiter.
Auch Paulsens Enkelin Eda engagiert sich als Vorstandsmitglied in der Ferring Stiftung für die Förderung und den Erhalt des Friesischen, denn ein Sitz im Vorstand ist der Stifterfamilie vorbehalten.
